Wie werde ich Illustrator für Videospiele?

Esben 'Lash' Rasmussen

Wolltest du auch schon immer mal solche Welten und Figuren erschaffen wie in deinem Lieblingsvideospiel, aber wusstest nicht, wo du anfangen sollst? Esben Lash Rasmussen von Riot Games verrät uns hier, wie man Game-Illustrator wird!

 

Esben ‘Lash’ Rasmussen

https://www.artstation.com/lash

 

 

Esben zeichnet schon seit er denken kann und ist als großer Fan von „Dragon Ball Z“ und „Teenage Mutant Ninja Turtles“ aufgewachsen. Inspiriert von zwei Klassenkameraden, die sehr gut zeichnen konnten, strebte er als kleiner Junge danach, auch so gut zu sein wie sie. Als sie Teenager wurden, hörten seine Freunde auf zu zeichnen, aber Esben machte weiter. Nachdem er an mehreren Sommercamps zur Spieleentwicklung teilgenommen und seinen Bachelor in Animation in Dänemark abgeschlossen hatte, arbeitete er für Atomhawk, Sixmorevodka und Artwoork, bevor er schließlich für Riot Games nach Los Angeles zog.

 

In diesem Interview gibt er aufschlussreiche Ratschläge zum Kreieren herausragender Werke und gewährt Einblicke in die Realität des Jobs. Seine Tipps dazu, wie man Werken eine persönliche Note verleiht und einen Twist erschafft, werden dich überraschen!

 

 

 

Wie beeindruckt man die Regisseure, wenn man auf Jobsuche ist?
Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Die Tatsache, dass du ein Bewerbungsgespräch bekommen hast, heißt eigentlich schon, dass ihnen deine Werke gefallen. In der Regel gibt es dann einen Kunsttest, bei dem sie sehen wollen, wie du Ideen kommunizierst, ob du ein Teamplayer bist und wie du auf Feedback reagierst.

 

 

Wie sollte das Portfolio aussehen?

Das hängt davon ab, für welches Unternehmen und für welche Art von Arbeit man sich bewirbt. Was in deinem Portfolio ist, ist das, wofür du eingestellt wirst. Ich würde vorher recherchieren, was das Unternehmen so macht, und dann zeigen, dass ich ihren Stil umsetzen und ihre Welt verstehen kann, aber dabei trotzdem noch etwas Neues biete.

 

Weil ich zuvor schon einmal mit Riot Games gearbeitet hatte, hatte ich bereits ein tieferes Verständnis für ihre Produkte, die Renderingqualität und den Stil. Mein Fokus lag schon immer auf der Illustration, weil es das ist, was mir Spaß macht. Dadurch entwickelte ich die natürliche Tendenz, Geschichten mit Bildern zu erzählen.

 

 

 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Bei Riot arbeite ich normalerweise von 10:30 bis 18:00 Uhr. Die Unternehmensstruktur ist sehr organisch und wir kommen in Meetings zusammen, um zu besprechen, was wir erreichen wollen, auf welche Gefühle wir beim Betrachter abzielen, und was mit den Bildern kommuniziert werden soll. Normalerweise hat man Einfluss darauf, was man möchte, aber letztendlich arbeiten wir als Team. Ich arbeite ziemlich eng mit meinen Kollegen zusammen, unabhängig von deren Tätigkeit. Ich liebe die Zusammenarbeit mit den vielen Künstlern bei Riot, denn es gibt nichts Schöneres, als zu sehen, wie andere Leute arbeiten und wie sie an ein bestimmtes Problem herangehen würden.

 

 

Was sind die häufigsten Fehler, die in dieser Branche passieren, und wie kann man sie vermeiden?

Kunst ist eine Sprache, die auf die einfachste und reinste Form komprimiert werden muss.

 

Der größte Fehler, den ich bei vielen Studenten sehe, ist, dass sie versuchen Dinge zu kreieren, die „cool“ sind, die letzten Endes aber nur generisch und langweilig wirken.

Du musst immer ganz klar kommunizieren, was dein Thema ist und warum es für mich als Zuschauer interessant sein soll. Das ganze fachliche Kunsthandwerk ist nur technisch, aber wichtiger ist, dass du eine Idee vermittelst. Kunst ist eine Sprache, die du auf die einfachste, klarste und reinste Form komprimieren musst!

 

 

 

Irgendwelche Tipps und Tricks, wie man sich von den anderen abhebt?

Wann immer du eine Idee hast, musst du einen Weg finden, sie zu drehen und zu wenden.

 

Wende deine persönlichen Erfahrungen oder Leidenschaften in deiner Arbeit an. Das, was du in deinem Leben fühlst, wird deine kreativen Entscheidungen beeinflussen und dir zeigen, ob der Betrachter das fühlen wird, was du willst, das er fühlt. Es fühlt sich riskant an und es ist schwierig, weil man verletzlich wird, aber du solltest in deine Kunst unbedingt etwas Persönliches einbringen!

 

Hier ist ein guter Tipp, um ein Werk interessanter zu machen: Es kommt auf den Kontrast an! Wann immer du eine Idee hast, musst du einen Weg finden, sie zu drehen und zu wenden. Wenn du zum Beispiel an eine Geschichte denkst, in der ein Löwe einen Schmetterling frisst, versuch sie umzudrehen, sodass der Schmetterling den Löwen frisst – und sofort ist die Handlung viel interessanter!  Von dort aus kannst du eine wirklich interessante Geschichte erschaffen. Du musst dir nur Wege überlegen, wie sie funktionieren kann. Wenn du das tust und den Mut hast, etwas Ungewöhnliches zu tun, hebst du dich von den anderen ab.

 

 

 

Woran sollte man als Game-Illustrator unbedingt arbeiten?

Das Illustrieren in 2D ist meiner Meinung nach am schwierigsten, weil man wirklich alles lernen und beherrschen muss:  Perspektive, Design, Schauspiel, Farben, Rendering, Kameraführung, Kameraobjektive und vieles mehr. So viele verschiedene Aspekte im Griff zu haben und in ein glaubwürdiges Bild zu verwandeln, ist eine echte Herausforderung. Den perfekten Moment einer Geschichte zu finden und zu erzählen ist unglaublich beängstigend und aufregend zugleich.

 

 

 

Weitere Werke von Esben findest du auf seinem ArtStation-Profil:

https://www.artstation.com/lash

 

■ Über die Autorin Sierra Mon

Sierra ist der Herausgeber von ArtStation Magazine.

https://magazine.artstation.com/author/sierramon/

 

 

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