Equipment zum digitalen Zeichnen (Einsteiger)

Wenn du aufs digitale Zeichnen umsteigen willst, brauchst du zunächst einmal das nötige Equipment, bevor du tatsächlich loslegen kannst. Hier findest du eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Dingen, an die du dabei denken musst!

 

Wenn du mit dem digitalen Zeichnen anfangen willst, kommen dir wahrscheinlich zunächst einmal folgende Fragen in den Sinn:

 

„Kann ich meinen jetzigen Computer zum Zeichnen benutzen?“

„Wie teuer ist so ein Zeichenprogramm?“

 

Hier erfährst du alles, was du wissen musst!

(Hinweis: Die hier genannten Preise können Änderungen unterliegen.)

 

 

1. Computer

Wenn du schon einen Computer hast, musst du dir keinen neuen kaufen. Ein Laptop ist auch okay, solange die Systemanforderungen ausreichen. Wenn dein Computer oft hängt oder verzögert reagiert, solltest du aber darüber nachdenken, den Speicher zu erweitern oder ihn zu ersetzen.

 

Wenn du in ein Geschäft gehst, um einen neuen Computer zu kaufen, teile den Mitarbeitenden dort mit, dass du ihn zum digitalen Zeichnen brauchst, damit sie einen für dich aussuchen, der deine Anforderungen optimal erfüllt.

 

Was den Speicher angeht, kannst du zwar auch schon mit 4 GB zeichnen, aber um deinen Computer bestmöglich nutzen zu können, raten wir zu mindestens 8 GB.

 

Viele empfehlen Mac-Computer zum Zeichnen, aber du kannst auch auf einem Windows-Gerät ganz ohne Probleme zeichnen. Wähle also ganz nach Belieben dein bevorzugtes Betriebssystem aus!

 

 

Du kannst auch auf deinem Smartphone oder mit einem Stift auf einem Tablet zeichnen. Allerdings haben diese häufig technische Einschränkungen und können z. B. ganz feine Pinselstriche nicht mit völliger Präzision wiedergeben, sodass du möglicherweise mit den Ergebnissen nicht hundertprozentig zufrieden sein wirst.

 

Wähle dein Gerät abhängig davon aus, wie ernst es dir mit dem Zeichnen ist, damit deine Bedürfnisse in jedem Fall erfüllt werden!

 

 

2. Zeichensoftware

 

Als Nächstes brauchst du ein geeignetes Zeichenprogramm oder eine Zeichen-App. Es gibt verschiedene Arten von Zeichensoftware, von Freeware bis hin zu käuflichen Programmen auf professionellem Niveau.

 

Teurere Programme verfügen über umfangreichere Funktionen, aber das muss nicht unbedingt heißen, dass das Zeichnen dadurch leichter fällt.

 

Für die meisten kostenpflichtigen Programme gibt es eine kostenlose Testversion. Du kannst also die verschiedenen Programme erstmal ausprobieren, bevor du dich für eines entscheidest. Behalte dabei auch dein Budget im Auge.

 

 

Die bekanntesten Zeichenprogramme

 

Adobe Photoshop
Photoshop ist eine weltberühmte Grafiksoftware mit einer langen Unternehmensgeschichte und fortschrittlichen Funktionen, die von zahlreichen professionellen Designern verwendet wird.
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CLIP STUDIO PAINT
CLIP STUDIO PAINT (auch bekannt als „CLIP STUDIO“ oder „CSP“) ist eine hochentwickelte Software für Illustrationen und Comics. Sie wird von vielen professionellen Künstlern benutzt und ist besonders unter Comiczeichnern sehr beliebt.
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PaintTool SAI
Ein intuitives und einfaches Zeichenprogramm, das über etwas weniger Funktionen verfügt, dafür aber auch auf Computern mit niedrigen Spezifikationen einwandfrei funktioniert.
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Die Auswahl der richtigen Software spielt beim digitalen Zeichnen eine entscheidende Rolle. Du solltest dein Programm passend dazu auswählen, was du zeichnen möchtest, ob Illustrationen, Comics, Porträts, Anime-Stil, Aquarellmalerei, Landschaften oder Menschen usw.

 

Hier findest du eine detaillierte Übersicht über verschiedene Zeichenprogramme:

Die besten Zeichenprogramme und Apps im Vergleich

Die besten Zeichenprogramme und Apps im Vergleich (2020)

 

 

3. Grafiktablett

Wenn du auf dem Computer zeichnest, solltest du dir unbedingt auch ein Grafiktablett besorgen, weil du dann viel präziser und flüssiger zeichnen kannst.

 

Das Tablet wird an den Computer angeschlossen und dann kannst du mit einem Eingabestift darauf zeichnen. Es gibt verschiedene Hersteller für Grafiktabletts, aber am beliebtesten sind die Tablets von Wacom, da eine wirklich breite Produktpalette angeboten wird.

 

 

Wacom bietet eine riesige Auswahl an Grafiktabletts in den verschiedensten Größen und Spezifikationen. Für Anfänger, die nicht zu viel Geld ausgeben wollen, ist das Wacom Intuos S für ca. 70 Euro eine gute Wahl. Es ist allerdings nur 200 x 160 mm groß.

 

In der etwas höheren Preisklasse gibt es das Wacom Intuos mit Bluetooth in den Größen S und M (264 x 200 mm). Bei diesen ist das Zeichenprogramm CLIP STUDIO PAINT (2-Jahres-Lizenz) bereits inklusive, was ideal für Künstler ist, die noch keine Zeichensoftware besitzen.

 

In jedem Fall solltest du erst im Laden testen, wie sich das Zeichnen auf den jeweiligen Tabletts anfühlt, bevor du dich für den Kauf entscheidest.

 

Bitte beachte auch, dass sich die Spitze deines Tabletstifts nach und nach abnutzen wird und nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden muss.

 

 

Weitere Informationen über Grafiktabletts für Einsteiger findest du hier:

> Der richtige Umgang mit Zeichentablets

Ideal für Einsteiger - 11 Grafiktabletts zur Auswahl

 

 

4. Monitor

Wenn du mit deinem jetzigen Bildschirm zufrieden bist, brauchst du dir keinen neuen zu kaufen.

 

Falls du aber sowieso vorhattest, einen neuen zu kaufen, dann wähle einen großen Bildschirm mit 20 Zoll oder mehr, um deine Augen weniger zu beanspruchen.

 

 

 

5. Sonstiges

Wenn du deine Skizzen gerne auf Papier anfertigst und sie dann digital weiterarbeiten möchtest, solltest du auch in Erwägung ziehen, einen Scanner zu besorgen, auch wenn das nicht zur zwingend erforderlichen Grundausstattung gehört. Mit einem Scanner kannst du auch handgezeichnete Texturen oder Farben importieren und als Illustrationsmaterial verwenden. Wenn du deine fertigen Werke ausdrucken willst, brauchst du außerdem auch einen Drucker.

 

Eine neue Maus oder Tastatur sind nicht nötig, wenn deine jetzigen ordnungsgemäß funktionieren. Solltest du irgendwann anfangen, sehr viele Tastenkombinationen zu benutzen, kannst du über einen Neukauf nachdenken.

 

Je nach dem, was du kaufst, können deine Anfangskosten also sehr unterschiedlich ausfallen:

 

Computer(+ Monitor): 400 bis 2500 €
Grafiktablett: 70 bis 1500 € (und aufwärts)
Software: 0 bis 250 € (und aufwärts)
Scanner: ab 80 €

 

Wenn du dir aber keinen neuen Computer kaufst und dich für eine Freeware Zeichensoftware mit einem kleinen Grafiktablett entscheidest, kannst du schon ab einem Budget von 70 € mit dem digitalen Zeichnen loslegen.

 

 

Anders als beim herkömmlichen Zeichnen müssen die erforderlichen Zeichenutensilien in einer digitalen Umgebung nicht ständig nachgekauft werden, was das digitale Zeichnen auf lange Sicht viel kostengünstiger macht.

 

Du musst auch nicht direkt mit einem Hochleistungscomputer starten: Wenn Bedarf besteht, kannst du auch später immer noch auf ein leistungsfähigeres Gerät umsteigen. Je länger du zeichnest, desto mehr wirst du verstehen, welches Equipment du brauchst, um noch besser zeichnen zu können, z. B. ein druckempfindlicheres Grafiktablett oder ein weniger reflektierender Monitor.

 

Weitere Informationen über die digitale Erstellung von Illustrationen und Comics findest du hier:

・Linien aus eingescannten Bildern extrahieren

 

・Vorteile des digitalen Manga-/Comiczeichnens

 

 

Werk: Nyle Inc.
Text: Wakako Ishida

Illustration: Andy♂